Dranbleiben - Warum wir unsere Pläne oft nicht umsetzen können...

Wieso auf  Motivation und  Tatendrang oft nur Lustlosigkeit und Aufgeben folgt...

Mona hat einen Vollzeitjob im Büro. Am Wochenende schläft sie gerne aus und unternimmt nachmittags oder abends etwas mit Freunden. Eines stört sie enorm an ihrem Leben. Mona nimmt einfach kontinuierlich zu und kann es nicht aufhalten. Wie oft hat sie sich schon vorgenommen Sport zu treiben oder sich gesünder zu ernähren, aber richtig angepackt hat sie es noch nicht.

 

Heute ist Silvester und: neues Jahr, neue Chance… Sie hat Lust und Motivation etwas zu verändern. Sie steckt voller Tatendrang und Euphorie und freut sich auf ihr neues Leben.

 

Sie meldet sich bei einem Fitnessstudio in ihrer Stadt an. Der Kursplan ist vielversprechend und sie verspricht sich selbst min. 3x wöchentlich zum Sport zu gehen. Auch ihre Ernährungsumstellung plant sie genau. Im Internet bekommt sie Tipps und Rezeptideen mit wenig Kalorien. 1000kcal täglich müssen für den Anfang reichen, man soll ja auch schon bald Ergebnisse sehen.

 

Die erste Woche läuft super. Die Kurse sind anstrengend und noch nie hat sie sich so viel mit Essen und Kochen beschäftigt, wie jetzt. Aber sie freut sich, dass es funktioniert.

Die zweite Woche fällt ihr schon schwerer, aber sie hat sich ja so fest vorgenommen, dass sie es durchzieht.

In der dritten Woche wird es im Job sehr stressig und sie muss mehrere Überstunden machen. Sie schafft es nur einmal zum Sport. Auf Kochen hat sie mittlerweile nicht mehr so Lust, aber sie zieht es durch.

In der vierten Woche, immer noch Überstunden, streicht sie schon das tägliche Kochen und zum Sport schafft sie es auch nur einmal. Es macht auch keinen Spaß mehr.

In der fünften Woche gibt sie auf. Zurück in den alten Alltag. Nächstes Jahr ist auch noch ein Jahr.

 

 

Wer kann nicht mit Mona mitfühlen? Wir alle kennen die Situation: Man ist voller Motivation und Euphorie etwas in die Tat umzusetzen, freut sich auf die Veränderung und kann es kaum erwarten. Aber nach ein paar Wochen schwächt die Motivation unaufhaltsam ab. Woher hat man die vor ein paar Tagen noch genommen? Woher kamen Kraft und Tatendrang? Beides scheint zu fehlen.

 

Ein Vorhaben ist in etwa wie das Planen einer Wanderung auf der Landkarte. Mit der Übersicht scheint alles logisch, alles machbar. Doch der Weg ist nicht so einfach wie gedacht. War das schon die Abzweigung? Ist das hier der Bach? Warum ist der Weg so steil? Wir werden müde und  kann den Weg nicht mehr einschätzen. Wir verlieren den Überblick, den wir vorher hatten.

 

Warum sind es unsere eigenen Projekte, die uns persönlich so schwerfallen? Wir sind emotional in sie verwickelt. Ein Aufgeben kommt gleich einer Niederlage gegen sich selbst und niemand anderes zeigt daran Interesse. Wir haben keinen, der ein Ergebnis erwartet, keinen finanziellen oder sozialen Druck. Wir sind allein unterwegs. Kleine Niederlagen entmutigen und nehmen uns den Glauben daran, dass wir es wirklich schaffen können. Aufgeben hingegen, erscheint zunehmend als eine Möglichkeit. Ertragbarer, als es durchzuziehen.

 

Sind wir jetzt zum Gleichbleiben verurteilt? Heißt das, wir können uns nicht verändern? Nein. Aber meistens können wir nicht von heute auf morgen eine neue Person aus uns machen.

Allein schon die Veränderung ist ein Weg. Oft meinen wir, diesen schnell hinter uns zu bringen, indem wir die Veränderung planen, aber Veränderung dauert. Wenn man Gewicht abnehmen könnte, indem man einfach nur „weniger isst“, dann hätten nicht so viele Menschen Probleme damit. Aber weniger zu essen bedeutet Veränderung von Gewohnheiten und das ist ein Prozess.

 

Kleine Schritte helfen. 20kg schlanker und sportlich sein zu wollen, ist kein kleines Ziel. Natürlich kann so etwas der Wunsch sein. Ein Zwischenziel wäre z.B. die Essensportionsgrößen zu verändern und einmal wöchentlich eine halbe Stunde Sport zu machen. Wenn das gut klappt, kann man eine neue Veränderung hinzufügen.

Bei einer Ernährungsumstellung gehen Wissenschaftler davon aus, dass man sie mindestens 3 Jahre lang bewusst durchziehen muss, damit sie zur Gewohnheit wird, je nach Individuum kürzer oder länger. Es ist also möglich, aber den meisten geht die Motivation verloren, wenn das einzige Ziel war, 20kg abzunehmen. Zwischenziele, Zwischenbelohnungen helfen. Zum Beispiel könnte man sich nach 10x Sport treiben, eine Massage gönnen. Oder eine neue Hose nach 5kg abnehmen. Das Ziel ist so nicht allzu weit weg und realistisch erreichbar.

 

 

Tipps zum Durchhalten:

 

  1. Kleine, in absehbarer Zeit erreichbare Ziele stecken
  2. Teilziele belohnen z.B. eine Massage nach der 10. Sporteinheit (Achtung: Ernährungsziele nie mit Essen belohnen)
  3. Projekte mit positiven Gefühlen besetzten (wie fühlt es sich an sportlich zu sein. Wie fühlt es sich an bei einem 10km-Lauf die Ziellinie zu erreichen?) Lassen Sie Glücksgefühle aufkommen bei dem Gedanken ihr Ziel zu erreichen. In einer motivationslosen Zeit fühlen Sie sich in die Situation hinein.
  4. Erzählen Sie Personen, die Ihnen nahestehen von Ihrem Vorhaben. Lassen Sie sie mitfiebern. Ein Aufgeben wird also nicht zum Versagen, mit dem Sie alleine zurechtkommen müssen, andere sind emotional bei Ihnen.
  5. Verabreden Sie sich zum Sport. Gemeinsam ist weniger einsam und Absagen fällt viel schwerer.
  6. Bleiben sie relaxed. Wenn mal etwas nicht so läuft wie sie es sich vorstellen, nicht die Flinte ins Korn werfen. Ein schlechter Tag bedeuted noch keine Niederlage. 

 

 

Und jetzt sind Sie dran. Es gibt keinen Grund mehr, um auf Silvester zu warten. Wo können Sie die kleinen ersten Schritte in Richtung gesünderes Leben gehen?

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